Joint Dance Congress 2018

Joint Dance Congress 2018

Um die vielen Inputs und Eindrücke zu teilen, wird untenstehend ein täglicher Eintrag der Schweizer Delegation veröffentlicht, welche momentan in Australien am Kongress weilt. Für Neugierige gibt es viele Informationen direkt auf der Kongressseite.

Um die vielen Inputs und Eindrücke zu teilen, wird untenstehend ein täglicher Eintrag der Schweizer Delegation veröffentlicht, welche momentan in Australien am Kongress weilt. Für Neugierige gibt es viele Informationen direkt auf der Kongressseite.

      

 

Tag 5: Heute stand auch bereits der letzte Konferenztag an. Wehmütig aber auch mit viel Freude haben wir diesen sehr vielseitigen Tag durchlebt. Gestartet haben wir mit einem animierenden Tanzworkshop von Rebecca Williams, namens Dance Floor Fusion. Dabei wurden einfache Choreographien zu verschiedenen Tanzstilen wie Lyrical Contemporary, Hip Hop, Swing und weiteren Stilen direkt mit Musik umgesetzt. Einen Einblick davon könnt ihr auf unserem Video auf Instagram gewinnen.

Es folgten die herausragenden Präsentationen der Twinning Projekte. Diese haben uns sehr beeindruckt. Die Idee der Twinnings entstand nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Gedanken, Nationen zu vereinen. Über mehrere Jahre haben sich Gruppen aus zwei verschiedenen Ländern, meist aus zwei anderen Kontinenten, via Email und Skype ausgetauscht und so gemeinsam an einem Tanzprojekt gearbeitet. Während dieser Kongresswoche haben sie sich nun zum ersten Mal live gegenübergestanden und ihr gemeinsames Projekt weiterentwickelt. Sehr berührend und inspirierend bleiben uns diese Twinning Projekte in Erinnerung. Uns schwebt bereits vor, auch ein Twinning in der Schweiz umzusetzen. Wie Maria Speth bei ihrer Einleitungsrede sagte: „We’re never too old to become global citizens“. Einen Einblick in Themengebiete der diesjährigen Twinning Projekte: Communicating through dance, across communities and cultures / Women of Consequene – An inter-university collaboration through dance, music and poetry, the project explores women activists in the USA and South Africa / Considerations of cross Indigenous choreography: sharing culturally responsive and relevant practice in dance and movement in two distinct cultural settings.

Im Royal Adelaide Hostpital und dem SAHMRI South Australian Medical and Research Institute wurden im Anschluss die Creative Gatherings präsentiert. Dabei haben die vielen teilnehmenden Kinder und Jugendlichen an verschiedenen Plätzen in und um den Spital den Raum zum tanzen gebracht und die Zuschauer in ihre Welt eintauchen lassen. Ohne Worte, dafür mit Handzeichen, wurden die kleinen Zuschauergruppen von einem Ort zum nächsten geführt.

Zu guter Letzt folgte die phänomenale Closing Ceremony, bei welcher die Cirkidz Company Time in Place eine Performance mit dem Titel „Flying without wings“ präsentierte. Es folgte der am Montag erläuterte Big Dance und die Präsentation des nächsten Kongresses 2021, welcher in Toronto, Canada. Wir freuen uns bereits jetzt riesig darauf und sind dankbar, dass wir in den vergangenen Tagen so viele spannende, inspirierende und engagierte Personen kennenlernen durften.

 

    

 

Tag 4: Wie gewohnt, hat auch Tag vier mit verschiedenen einstündigen Dance Workshops begonnen, so genannte Dance Flavours. Wiederholt stehen wir vor der Qual der Wahl welches Dance Flavour wir nun besuchen wollen. Unter anderem kann man Flamenco, Contact Improvisation, Ugandan Dance, Javenese Dance, Rhythm Flow oder Dance Floor Fusion Stunden besuchen. Im Anschluss haben wir einen sehr lebhaften und interessante Workshop bei Alfdaniels Mabingo aus Uganda mit dem Titel „Unifying pedagogy: Teaching and learning Ugandan cultural heritage dances from the prism of Ubuntu philosophy“ besucht. Wir erhielten somit nicht nur Einblicke in den Tanz aus Uganda, sondern auch zahlreiche philosophische Weisheiten. Besonders angesprochen hat uns der Spruch „Do what you like and like what you do“.

Nach einer kurzen Mittagspause haben wir dem Book Launch des dritten daCi Buches mit dem Titel „Dance, access and Inlusion“ beigewohnt. Wir haben für daCi Schweiz ein Exemplar erworben, welches für jedes daCi Mitglied bei Interesse eingesehen werden kann. Zudem ist das Buch mit einigen Unterschriften der insgesamt 46 mitwirkenden Autoren gespickt. Anschliessend nahmen wir an der Lecture Demonstration von Liz Melchior aus Neuseeland teil. Der interaktive Workshop „Making space for dance“ befasste sich mit der Frage, wie wir in unserem Leben Platz schaffen für den Tanz in all seinen Facetten. Sei dies wörtlich im Sinne eines Tanzraumes oder auch Platz für Gedanken..

An diesem ereignisreichen Tag ist die Adelaide Declaration abends bei der Lord Mayor’s Reception von Ralph Buck (World Dance Alliance) und Susan Koff (daCi international) unterzeichnet worden. Ebenfalls dabei waren die Springboarders, ein neu zusammengestelltes Team von jungen Leuten, welche aktiv an der Gestaltung des Joint Dance Congress und der Declaration mitgewirkt haben. Der Tag endete mit einer Keynote von Robyn Archer zum Thema „Freedom and Democracy: observations of a freelance artist“ und anderen Rednern. Dieser Anlass ist auch gleichzeitig Start des Adelaide Festival of Ideas 2018, welche bis Sonntag stattfindet. Besonders interessant war für uns die Rede einer Aboriginal, welche uns mehr über die Kultur der australischen Ureinwohner und besonders auch über Australien an sich erzählt hat.

   

Tag 3: Der heutige Tag bot ein anderes Programm als bisher gewohnt, da der Mittwoch für die meisten Konferenzteilnehmer als Ausflugstag für Aktivitäten in und um Adelaide dienen sollte. Am Morgen besuchten wir das Breakfast Forum zum Thema „A South/Australian perspective on dance in the context of Panpapanpalya 2018“ mit den Speakern Adrian Burnett (Director Dance, Australia Council for the Arts), Peter Louca (Arts South Australia), Tricia Walton (Carclew South Australian Youth Arts Board) and Garry Stewart (Artistic Director Australian Dance Theatre). Dieses Forum war sehr bereichernd, gerade im Hinblick auf den Effekt, den die aktuell stattfindende Konferenz auf die konkrete Region im Süden Australiens hat. Zudem wurde thematisiert, inwieweit die verschiedenen Organisation im Bereich Kultur, und besonders im Bereich des Tanzes, die Kongressorganisation unterstützen. Es folgte das General Council meeting von Dance and the Child International (daCi), wobei das neue Executive Board gewählt wurde. Mit Susan Koff (USA) als neuen Chair und Jeff Meiners (Australien) als neuen Chair Elect, sind wir überzeugt, dass daCi International erneut in guten Händen ist. Wir freuen uns sehr, mit dem neuen Executive Board, daCi Schweiz besonders in Europa zu verbreiten und die internationale Vernetzung weiterhin auszubauen. Wir sind dankbar, als Teil des Advisory Board ein Bestandteil des Board zu bilden. Im Anschluss an die Versammlung war Zeit für Gedankenaustausch mit anderen National Representatives. Wir sind dabei mit den Niederlanden, Slovenien, Portugal und Dänemark übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass wir die europäische Vernetzung ausbauen und so den Austausch fördern möchten. Näheres wird am Samstag besprochen.

Da der restliche Teil des Tages nun auch für uns frei war, nutzten wir die Möglichkeit, den Cleland Wildlife Park in Adelaide zu besuchen. Viele Kängurus, Koalas, Wallabies und weitere einheimische Tiere warteten auf uns in einer naturbelassenen Umgebung.

Passend zur Konferenz wurde der Besuch des Australian National Ballets empfohlen, welches momentan das Dornröschen von David McAllister (Artistic Director) aufführt. Von ihm persönlich haben wir am Montag die Eröffnungsrede besucht und waren daher sehr gespannt auf das Stück, welches schon von vielen Seiten gelobt wurde. Nach zwei von drei Akten war leider bereits Schluss, da das Theater überraschenderweise einem Stromausfall unterlag und die Aufführung somit abgebrochen werden musste. Wieder ist ein ereignisreicher Tag zu Ende und wir freuen uns bereits auf die vielen spannenden Begegnungen von morgen.

 

Tag 2: Mit den Dance Flavours startete der Tag wie üblich mit Bewegung. Heute nahmen wir am Javanese Dance Workshop teil, der von Ade Suharto geleitet wurde. Wer unsere erlernte Choreografie der Inselgruppe anschauen möchte, der findet diese in unserer Story auf Instagram. Sasa-Fusion beinhaltet eine eigene Sprache wie Talofa Lava (Hallo), Tofa Soifua (Auf Wiedersehen) und viele weitere. Bei diesen interkulturellen Workshops wird einmal mehr die globale Vernetzung von daCi und WDA (World Dance Alliance) zum Vorschein gebracht. Auch der intergenerationelle Aspekt kommt nicht zu kurz, so tanzen Jung und Alt miteinander. Besonders beeindruckt hat uns eine taiwanesische Gruppe, welche Mitglieder mit durchschnittlichem Alter von ca. 70 Jahren (der älteste Tänzer ist 79 Jahre alt) beinhaltet. Eine besondere Atmosphäre! Die Panel Discussion von unserer künftigen Chairwoman Susan Koff zusammen mit Susan McGreevy-Nichols, Ralph Buck und Jeff Meiners über „Planning for the future of dance and dance education“ war vor dem Hintergrund der aktuellen Gespräche mit der UNESCO sehr spannend und lehrreich.

Das dichte Programm möglichst gut ausnützend, besuchten wir im Anschluss den Research Workshop von Andrew Morrish (Australien) zu „improvisation from the inside and the outside: An experiential research workshop“. Auch hier waren die Nationalitäten und Altersstufen bunt durchmischt. Zu unserer Freude, hatten wir heute die Gelegenheit, weitere National Representatives von daCi aus verschiedenen Nationen kennenzulernen. Diese Begegnungen haben viele neue Ideen bei uns hervorgerufen, welche wir nach unserer Rückkehr nachgehen möchten, um daCi Schweiz weiterhin auszubauen und insbesondere das grossartige internationale Netzwerk besser nutzen zu können.

Eine zweistündige Tanzshow mit Performances aus Australien, Barbados, Deutschland, Finnland, Jamaica, Japan, Kanada, Neuseeland, Uganda und USA rundete den interessanten und vielseitigen Tag ab. Vielen Dank an dieser Stelle der University of South Australia (Adelaide), Ausdance, WDA und selbstverständlich daCi für die hervorragende Organisation dieses Events. Nebst dem Besuch des Kongresses sind wir momentan aktiv dabei, unsere Social Media Kanäle und die Webseite zu pflegen. Folge uns für ständige Updates und sei informiert, wenn wir die vielen neu gewonnenen Ideen veröffentlichen.

 
Tag 1: Der erste Tag begann tänzerisch mit einem Workshop zu Big Dance. Dabei geht es um ein Tanzformat, bei welchem jede Person teilnehmen kann, unabhängig von ihrem tänzerischen Können und ihrem Alter. Der Big Dance wurde eigens für Panpapanpalya 2018 kreiert und umfasst zeitgenössische Einblicke in Aborigines Tanz und Kultur. Am Freitag findet der grosse Abschlussevent statt, bei welchem der Big Dance mit möglichst vielen der ca. 900 Konferenzteilnehmer aufgeführt wird. Wer nun ebenfalls Interesse hat, diesen Tanz zu erlernen, der findet hier ein ansprechendes Tutorial. Im Anschluss an den tänzerischen ersten Teil folgte ein Keynote Speach von David McAllister, bei welcher eine Einführung in die Tanzkultur Australiens aus seiner Perspektive als Artistic Director des Australischen Ballets gegeben wurde.

Nach einer kurzen Pause folgten verschiedene Scholarly Gatherings statt, wobei verschiedene Forschungsergebnisse rund um den Tanz präsentiert wurden. Wir haben in diesem Zusammenhang die Vorträge von Katarina Rank – Australien (The next wave. Baby boomers and beyond: teaching older dancers) Laura Navndrup Black – Dänemark (The child is present – the child as choreographer and choreographic material), Elizabeth Loughlin – Australien (Dancing eyebrows, rhythmic knees, surging bodies: When dance starts), Kristina Walton – USA (Dance for children with learning difficulties) und Jackie Prada – Kanada (Experiencing belonging, and inclusive community through dance) besucht.

Das dichte Programm schloss am Abend mit wundervollen Choreographien mit Einblicken in den Tanz der verschiedenen Länder ab. Tanzkompanien und Tanzformationen aus Australien, Finnland, Indien, Kanada, Jamaica, Japan, Neuseeland, Singapur, Taiwan und den USA partizipierten bei diesen auf tänzerisch höchstem Niveau präsentierten Tanzstücke.